Unsere Abenteuerreise nach Bagneres

In Tutzing ging das Verstauen unseres Gepäcks noch leicht. Schließlich mussten ja vier Alphörner, ein Baß, ein Tenorhorn, diverse Trompeten, sechs Leute und deren Gepäck untergebracht werden. Da der Weltjugendtag anstand, war das Umsteigen in Pasing zur S-Bahn Flughafen denkbar schwierig. Auf jeden Fall erregten wir ziemliches Aufsehen, wurden von den kanadischen Jugendlichen emsig fotografiert und eine Dame in der S-Bahn meinte, ein Wanderzirkus könnte nicht mehr auffallen, als wir.
Im Flughafen konnten wir unser Gepäck erstaunlich zügig einchecken, wenn auch manch ein übergroßes Teil mit sanfter Gewalt durch die Sicherheitsschleuse musste. In Paris angekommen, bekamen wir unser Gepäck erstaunlich flott wieder und freuten uns schon, dass alles so gut klappte, da wir ja zum Flughafen Orly wechseln mussten. Allerdings warteten wir dann vergeblich auf den Baß und die vier Alphörner. Nach einer Stunde und etlicher Fragerei, bekamen wir die Instrumente endlich ausgehändigt. Diese Wartezeit wurde uns dann zum Verhängnis, da wir noch endlos lange auf einen Bus warten mussten, der uns und unser Gepäck zum Flughafen nach Orly brachte. Wir waren nun so knapp dran, dass unsere Maschine nach Pau 10 Min. nach unserer Ankunft am Flughafen starten sollte. Juri und Erwin sprangen als erste aus dem Bus, wollten noch versuchen, dass die Maschine auf uns wartet und wir kümmerten uns um das gesamte Gepäck. Die Maschine war weg, wir konnten in Bagnéres niemanden erreichen, sollten in Paris übernachten, was wir nicht wollten und hatten schließlich doch noch eine riesige Portion Glück. In einer schier aberwitzigen Aktion wurden wir in die Maschine nach Biarritz geschleust und konnten dort noch mitfliegen. Allerdings musste die Maschine nochmals ausgeladen werden, damit unser sperriges Gepäck mit konnte. Das verzögerte allerdings unseren Start, was etliche Fluggäste (besonders die im Säuglingsalter) alles andere als witzig fanden. In Biarritz erwartete uns am Flughafen von Air France, der uns nach Pau fahren sollte. Wir holten unser Gepäck, aber wo war Erwins Koffer?! Der war in Paris im Bus geblieben – er kam aber am nächsten Tag mit dem Taxi nach. Auch mussten wir feststellen, das Werners Alphorn bei der Verladeaktion seinen Trichter einbüßen musste. Um 22.30 Uhr waren wir dann endlich glücklich in Bagnéres, wurden vom Bürgermeister herzlich empfangen und konnten endlich etwas essen.
Am nächsten Vormittag wurde nach dem Frühstück Werners Alphorn geklebt und wir hatten die Stunden zu freien Verfügung. Bei unserem Rundgang trafen Werner und Juri noch alte Bekannte, die uns am Abend zu einem Fest mit köstlichem Essen einluden. Am Nachmittag gaben unsere fünf Musiker ihr Können zum Besten. Es war toll zu erleben, wie sich der Park bei der Therme mehr und mehr mit Leuten füllte, zum Schluß überall Leute saßen, die besonders von den Alphörnern begeistert waren.
Am nächsten Morgen um 10.00 Uhr war dann im Tal der Gottesdienst. Vor der Grotte war der Altar aufgebaut und es sangen abwechselnd die Chöre aus Bagnéres und Korsika. Während der Kollekte spielten dann die Alphörner, die auf der gegenüberliegenden Talseite postiert waren. Es war ein wirklich schönes Erlebnis. Am Nachmittag spielten unsere Musiker noch mal. Und als wäre es bestellt gewesen, zogen während des Alphornspiels, über ihnen am Bergkamm, eine Herde von Kühen mit Kuhglocken am Hals vor rüber.
Am Abend gab es dann das große Abschiedsessen. Wir bekamen, für uns ein wenig gewöhnungsbedürftig, per Gutschein das komplette Menü auf Plastiktellern, teilweise gestapelt auf einem Tablett. Es war aber trotzdem recht lecker.
Unsere Heimreise zurück nach Bayern verlief total ereignislos. Wir kamen überall pünktlich an und unser Gepäck gleich ausgegeben. Der einzige Unterschied zum Hinflug war, dass ich nicht mehr so viel Angst vorm Fliegen hatte, wir in den Maschinen reichlich Platz hatten und wir noch so voll gefuttert und müde waren, dass keiner mehr richtig reden wollte (außer Arthur, Juri und Erwin die Karten spielten – was auch sonst).
Es war ein wirklich schönes und ereignisreiches Wochenende und es hat uns so gut gefallen, vor allem weil wir so liebevoll betreut wurden, dass wir in dieser Formation bestimmt nicht zum letzten Mal in Bagnéres waren. Schon allein auch aus dem Grund, damit ich wieder dieses nette „Alb – örner“ von den Franzosen hören kann….